MIXED UP Datenbank: Alexander Luttmann im Interview: MIXED UP ist eine wunderbare Möglichkeit, von Projekten zu lernen
  • Foto: CreActing.net – Verein zur Förderung der Kreativität e. V.

 BKJ    Weitere Aktivitäten im Fachbereich Kooperationen und Bildungslandschaften



Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


bkj.de
NACHRICHTEN >>
Alexander Luttmann im Interview: MIXED UP ist eine wunderbare Möglichkeit, von Projekten zu lernen

Alexander Luttmann, Geschäftsführer der LKJ Schleswig-Holstein und seit 2016 in der MIXED UP Jury, lässt sich von den vielen gelungenen Kooperationsprojekten, aus denen die Jury die Preisträger ermittelt, inspirieren. Er ist überzeugt, so sagt er im Interview mit der BKJ, dass sich die Ideen nach Schleswig-Holstein übertragen lassen und dass auf diese Weise noch mehr Kooperationen für eine gute kulturelle Ganztagsbildung für Kinder und Jugendliche entstehen können.

Alexander Luttmann im Interview
Geschäftsführer der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein; Mitglied im Vorstand der BKJ
Mitglied der Fachjury MIXED UP seit 2016

Foto: privat, Collage durch BKJ

Frage: Was kann der MIXED UP Bundeswettbewerb für kulturelle Bildungspartnerschaften für eine kinder- und jugendgerechte Ganztagsbildung tun?

Der MIXED UP Wettbewerb ist eine wunderbare Möglichkeit tolle, gute und interessante Projekte für die kulturelle Ganztagsbildung in Deutschland sichtbar zu machen. Er ist enorm wichtig und sorgt für eine sinnvolle Verknüpfung Kultureller Bildung. Die Projekte erfahren durch den MIXED UP Wettbewerb eine Bestätigung. Durch die Preisverleihung, die Internetseite und die Informationen über MIXED UP haben ganz viele, die in diesem Bereich tätig sind, die Möglichkeit, sich Projekte anzuschauen und näher kennen zu lernen. Sie haben die Möglichkeit, direkt bei den Projektträgern nachzufragen und werden durch diese Erfahrungen bereichert. Mit diesen können sie eigene Projekte starten.

Bundesweit besteht die Tendenz eine wirklich gute Kooperation zwischen außerschulischer und schulischer Ganztagsbildung hinzukriegen. Dies ist allerdings noch nicht das alleinige Heilmittel oder der alleinige Weg, wie gute Ganztagsbildung erreicht wird. Dafür müssen die außerschulischen und schulischen Träger noch besser zusammenarbeiten. Und die Projekte, die in MIXED UP eingereicht werden, sind dafür sehr gute Beispiele, wie dies gut gelingen kann. Sie sind Vorbilder und geben Anstöße für viele weitere gute Kooperationsprojekte.

Frage: Wie schätzen Sie die aktuellen Entwicklungen in Schleswig-Holstein ein? Ist das Thema Ganztagsbildung mit den Künsten eines, das die Bildungspartner und Fachstrukturen beschäftigt?

Ich bin gespannt auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Landesministerium. Momentan gibt es in Schleswig-Holstein die Tendenz, die ästhetische Bildung und die musische Ausbildung nur noch in der Schule zu verorten. Das ist für uns als außerschulischer Träger und mit einem weitgefassten Begriff Kultureller Bildung nicht die einzige Lösung. Wir brauchen die Kooperation, das gute Zusammenspiel mit Schule und viele einzelne Projekte und Maßnahmen, die nicht nur in der Schule angesiedelt sind. Und wir brauchen mehr als ästhetische und musische Bildung.
Natürlich gibt es immer das Argument: In der Schule treffen wir alle Kinder und Jugendlichen an, aber wir erreichen sie dort nicht. Das ist ein Unterschied. Das Erreichen ist eine riesengroße Stärke der außerschulischen kulturellen Arbeit und der außerschulischen Kulturellen Bildung. In den nächsten Jahren müssen wir am Zusammenspiel arbeiten, um beide Stärken sinnvoll zu nutzen.

Ganztagsbildung ist auch für unsere Fachstrukturen ein großes Thema. Sie sind leider als außerschulische Vertreter nur der kleinere Partner. Das Schulsystem ist natürlich um einiges größer: Fachkräfte, Lehrkräfte, Finanzen. Dennoch hat natürlich die außerschulische Kulturelle Bildung eine enorme Strahlkraft und wir wissen, dass einige Dinge nicht in Schule funktionieren. Es ist nicht möglich, Kreativität zu benoten. Das geht einfach nicht und darf auch in Zukunft nicht passieren. Und das findet dann meistens außerhalb von Schule statt, in unseren Strukturen.

Frage: Sie sind seit 2016 in der MIXED UP Jury. Was sind Ihre Erfahrungen? Was interessiert Sie an den eingereichten Projekten am meisten?

Ganz persönlich bin ich dabei, weil ich ein großes Interesse daran habe, von anderen Projektpartnern zu lernen. MIXED UP ist dafür eine wunderbare Möglichkeit. Pro Wettbewerbsjahr lesen wir 120 bis 140 Projektbeschreibungen. Tolle Ideen, die ich mit nach Schleswig-Holstein nehmen kann und die dort genauso gut funktionieren können. Nicht jedes Projekt lässt sich eins zu eins umsetzen. Die Räumlichkeiten, die Projektpartner – alles das ist natürlich ein bisschen unterschiedlich, aber es lassen sich  immer Module rausnehmen oder Ideen. Es ist sinnvoll, Ideen weiter zu entwickeln und weiter zu denken und in die Breite zu tragen. Alle Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Jury sitzen, kommen aus dem Feld der Kulturellen Bildung und sind teilweise schon sehr lange dabei. Dieser Austausch, dieser eine Tag, an dem wir intensiv zusammensitzen und über diese Projekte reden, ist ein sehr, sehr spannender Tag. Und es fällt uns immer schwer, die Auswahl aus diesen vielen wunderbaren, interessanten Projekten zu treffen. Aber das gehört zur Juryarbeit dazu. Und trotzdem begegnen wir allen Projekten, die wir uns angucken und lesen, mit ganz viel Achtung und Hochachtung, weil es wunderbare, tolle, gelungene Projekte sind.

Frage: Welche Empfehlungen geben Sie MIXED UP Bewerber*innen mit auf den Weg?

Ich möchte Kooperationspartner ermuntern und aufrufen, gerne ihre Projekte einzureichen. Ich freue mich auf viele neue Projektbeschreibungen, aber es geht nicht nur darum, ein neues ganz innovatives, ganz besonderes Projekt darzustellen. Das Rad muss nicht komplett neu erfunden werden. Es geht darum, gelungene und gute Beispiele zu zeigen.

Auf der sehr persönlichen Ebene: Als Jury brauchen wir keine 80 Seiten Projektbericht. Wir brauchen sehr konkrete, gute Darstellungen, was versucht wurde mit diesem Projekt zu erreichen. Gern auch Aussagen dazu, wenn einige der geplanten Dinge nicht so funktioniert haben, weil das für den Lauf von kulturellen Projekten völlig normal ist. Diese Erfahrungen sind wichtig. Wir brauchen keine grundsätzliche Begründung, warum Kulturelle Bildung gut und wichtig ist. Da sind wir alle schon im gleichen Boot.

Weitere Informationen

Informationen über die LKJ Schleswig-Holstein

Informationen zur Jury in MIXED UP 2018

Weiteres Interview mit MIXED UP Jurymitglied Gert Haack vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Weiteres Interview mit MIXED UP Jurymitglied Dr. Bettina Knauer vom Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg

Für MIXED UP 2018 noch bis zum 15. Mai 2018 bewerben

 

 





nach oben | zurück
Diversität anerkennen
Inklusion umsetzen
Zusammenhalt stärken
Seite drucken | PDF der Seite erstellen | Seite empfehlen deliciousWhatsapp | Kontakt | Sitemap | Impressum | Datenschutz