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Transfertagung des Kulturagenten-Programms NRW: Ansätze und Modelle in die Breite tragen

Wie kann Kulturelle Bildung in Schulen langfristig verankert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Tagung „Mittendrin und auf dem Weg“ der BKJ am 15. und 16. März 2018 in der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid. Die Tagung bot Raum für den Austausch über Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Programm „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“ und über deren Transfer in die Bildungslandschaft.

Tagungsteilnehmer*innen im großen Saal der Akademie Remscheid. Foto: Andreas Jäckle Rund 120 Teilnehmer*innen aus Schule, Kultur, Kommunen und Fachorganisationen diskutierten bei der Transfertagung des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“ , wie Kulturelle Bildung in (Ganztags-)Schulen langfristig verankert werden und in Koproduktion gelingen kann. Auf Grundlage der langjährigen Erfahrungen von Kulturagent*innen und Akteuren aus dem Landesprogramm NRW wurden Einblicke in Prozesse der kulturellen Schulentwicklung, in kommunale Strategien sowie die Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Kulturpartnern gegeben. In Gesprächsrunden, Interviews und an Thementischen wurde reflektiert, wie Schulen mit kulturellem Profil als Teil einer lebendigen Bildungslandschaft in Koproduktion mit Partnern der Kulturellen Bildung zu mehr kultureller Teilhabe von Kindern und Jugendlichen* beitragen können.

Bindeglied zwischen Kultur, Schule und Kommune

Susanne Blasberg-Bense und Dr. Tobias Diemer. Foto: Andreas Jäckle Ein zentraler Erfolg des Kulturagenten-Programms ist für Dr. Tobias Diemer von der Stiftung Mercator, dass ein Modell entstanden ist, das zeigt, wie Kulturelle Bildung Teil des Schulprofils werden kann und wie Kooperationen fest verankert werden können. Mit ihrem einzigartigen Profil fungierten die Kulturagent*innen als Bindeglieder und Moderator*innen zwischen Kultur und Schule sowie in der zweiten Programmphase in NRW auch zu den Kommunen. Mit deren gemeinsamen Willen bestehe das Potential, die Ansätze „auf breitere Füße“ zu stellen. Zugleich verwies er darauf, dass für eine systemische Verankerung der Blick über das Programm hinausgehen und „das Schulsystem insgesamt“ mitgedacht werden müsse. Das betreffe etwa Lehrerfortbildung, Schulbegleitung, flächendeckende Förderung von Kultureller Bildung an Schulen sowie die Schaffung weiterer Kulturschulen im Land, so Diemer in einer Gesprächsrunde zum Tagungsauftakt.

Eigenverantwortlichkeit der Schule

Susanne Blasberg-Bense vom Ministerium für Schule und Bildung NRW hofft, dass auch andere Schulen im Land von den Erkenntnissen und entwickelten Instrumenten profitieren. Zentral bei der Verstetigung und Einbettung des Kulturagenten-Programms in die Länderstrukturen sei die Vernetzung zu anderen Programmen und strukturbildenden Maßnahmen. Zudem unterstrich sie in der Gesprächsrunde die Bedeutung der Zusammenarbeit von Jugend, Kultur und Schule sowohl auf der Praxisebene als auch auf der strukturellen Steuerungsebene von Land und Kommunen, wie sie in NRW bereits an vielen Stellen praktiziert werde. Kulturelle Bildung in die Schulen zu bringen sei ein gemeinsamer Auftrag. Zugleich verwies sie auch auf die Eigenverantwortlichkeit jeder Schule, ihren eigenen Weg zu finden und ihr jeweiliges Profil zu gestalten.

Glück als Maßstab

Stefan Wolf. Foto: Andreas Jäckle An die Eigenverantwortlichkeit jeder Schule und jeder Person appellierte auch Stefan Wolf von der Peter Gläsel Stiftung. In seinem Impulsvortrag rief er zu einem Paradigmenwechsel in der Bildung auf: „Wir brauchen neue Konzepte vom Leben, die andere Maßstäbe wie zum Beispiel Glück setzen. Wir müssen auf andere Dinge Wert legen als auf Wissensvermittlung.“, so Wolf. Er ermutigte die Teilnehmenden, Bildung im Sinne von Kindern und Jugendlichen neu zu denken und zu gestalten. Dabei verwies er auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Um diesen zu begegnen, seien die Partizipation von Kindern und Jugendlichen bei der Gestaltung von Schule sowie künstlerische Prozesse, die zu echter Teilhabe befähigen, zentrale Gelingensfaktoren. Dabei seien Unterschiede zwischen den Schüler*innen, ebenso wie den anleitenden und kooperierenden Personen, Professionen und Organisationen eine Chance, denn nur aus der Unterschiedlichkeit könne Energie für Neues entstehen.

Den Rückenwind nutzen

Und Tom Braun. Foto: Andreas JäckleIn der abschließenden Gesprächsrunde hob Pia Hegener vom Ministerium für Schule und Bildung NRW die enorme Strahlkraft hervor, die das Programm in der Praxis, aber auch im politischen Raum entfaltet habe. Darauf könnten alle Beteiligten mit viel Stolz blicken. Nun gelte es den Rückenwind zu nutzen, die Ansätze zu verstetigen und andere Schulen an den Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben zu lassen. Auch Tom Braun von der BKJ wünschte sich in dem Gespräch, dass das letzte Programmjahr dafür genutzt werde, dass es wirklich weitergehe. Außerdem komme es mit Blick über die Landesgrenzen darauf an, dass auch andere Bundesländer, die nicht an dem Programm beteiligt sind, von den Erfahrungen profitieren können. Das langfristige Ziel müsse sein, Ansätze und Modelle über NRW hinaus in die Breite zu bringen.

Tagungsplakat. Foto: Andreas JäckleDie Tagung war eine Veranstaltung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Landesprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“ und fand in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung NRW statt.

Weitere Informationen

Kulturagenten für kreative Schulen

Kulturelle Schulentwicklung

Fotos der Tagung bei flickr

Fotos: Andreas Jäckle





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